Führerscheingutachten

Die Sehschärfe ist der wichtigste messbare Parameter des Sehsinns.
Der normale Visus ist altersabhängig und liegt bei einem 20-jährigen Menschen bei 1,0 bis 1,6, bei einem 80-jährigen bei 0,6 bis 1,0.

Der Visus ist in der Augenheilkunde der Zielparameter, dessen Verbesserung oder Erhalt mit den meisten ophthalmologischen Maßnahmen angestrebt wird. Zahlreiche rechtliche Vorschriften, die die Eignung für die Bedienung gefährlicher Geräte (z. B. Führerschein) oder für bestimmte Berufe (z. B. Polizei) festlegen, verlangen bestimmte Mindest-Visuswerte. Ebenso richten sich Leistungen privater und gesetzlicher Unfallversicherungen für Augenschäden und die Zahlung des gesetzlichen Blindengeldes in erster Linie nach dem Visus.

Sehschärfenbestimmungen werden durchgeführt nach den internationalen Normen DIN EN ISO 8596 und 8597 und in Deutschland nach der DIN 58220.

Der „normale“ Führerscheinsehtest kostest bundesweit 6,43 € für die Klassen A, A1, B, BE, M, L, und T.

Bei dem Test müssen Landoltringe (Kreise mit einer Öffnung) erkannt werden (ist nach DIN 58 220 vorgeschrieben).


Den Test darf jede Amtlich anerkannte Sehteststelle durchführen (Optiker oder Augenärzte).

Um den Führerscheinsehtest zu bestehen, muss eine Sehschärfe (Visus) von mindestens 0.7 (70 %) pro Auge erreicht werden. Dabei ist es egal ob dieser Wert mit oder ohne Sehhilfe erreicht wird.

Einen Unterschied zwischen Augenarzt und Optiker gibt es erst wenn trotz Sehhilfe keine Sehschärfe von 0.7 erreicht wird. Dann kann nur der Augenarzt bescheinigen, das eine Eignung zum Führen eines Fahrzeugs vorhanden ist. In diesem Fall erfolgt die Prüfung nicht mehr nach der DIN 58 220, sondern ist umfangreicher.

In der Straßenverkehrszulassungsordnung wird in der Anlage XVII zu Paragraph 9a ff in der Tabelle 2.2.1. für Patienten mit Nystagmus gefordert, daß die Erkennungszeit für die einzelnen Sehzeichen nicht mehr als 1 sec. betragen darf. Die hierbei erreichte Sehschärfe für einzelne Landoltringe muß den Anforderungen für Bewerber und Inhaber der Klassen l, 3, 4 und 5 genügen.